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Eintrag vom 10.09.2014

Merkblatt 'Unterschiede zwischen Serien- und Reparaturlackierung'

Bei unfallbedingten Schadensereignissen ist sowohl im Haftpflicht-, als auch im Kas-koschaden der Fahrzeugzustand wiederherzustellen, der unmittelbar vor Eintritt des Schadensereignisses bestand. Neben einer sach- und fachgerechten Karosserierepa-ratur gilt dies auch für die Fahrzeuglackierung.

Bei einer fachgerechten Lackierung geht es immer wieder auch um die Frage, ob die  so genannte Ein- oder Beilackierung zu den schadensbedingten Kosten gehört. Die Beilackierung kann sich dabei auf das reparierte Teil beschränken oder auch auf das angrenzende Teil erstrecken.

Hilfreich sind hierzu die von den Kfz-Branchenverbänden und Institutionen erstellten Merkblätter „Spotlackierung“ und „Ausbesserungen für Uni- und Effektlackierungen“. Dort wird die Beilackierung vom technischen Ablauf her beschrieben. Die in den Merk-blättern enthaltenen Kernsätze lauten: „Der Lackierfachmann entscheidet, ob eine Repa-ratur nach Lackstufe 2, 3 oder durch eine Spotlackierung ausgeführt wird“ (Spotlackier-merkblatt) bzw. „die Entscheidung über eine Beilackierung von angrenzenden Teilen wird vom ausführenden Lackierfachmann anhand der von ihm hergestellten Farbmuster getroffen“ (Merkblatt Uni- und Effektlackierungen).

Die Beilackierung hat in den letzten Jahren angesichts der rund 40.000 auf dem Markt befindlichen Farbtöne deutlich an Bedeutung gewonnen. Farbtonunterschiede an Fahr-zeugen kommen teilweise bereits in der Serie vor. Entscheidend ist allerdings, dass eine Reparaturlackierung völlig anders, mit anderen Lacken und anderen Techniken, durch-geführt wird als die Werkslackierung. Farbtonunterschiede sind nahezu unvermeidbar. Damit aber das menschliche Auge die noch vorhandenen Farbunterschiede nicht mehr als Unterschiede wahrnehmen kann, hat sich die Technik der Beilackierung seit vielen Jahren durchgesetzt, um eine möglichst hohe Kundenzufriedenheit zu erreichen.

Die Praxis läuft in vielen Fällen allerdings anders: Nach einem Schadensereignis muss der beauftragte Sachverständige bei Erstellung seines Gutachtens oft zu einem Zeit-punkt auch über die Notwendigkeit der Beilackierung entscheiden, bevor überhaupt ein Lackierfachmann das Fahrzeug gesehen hat. Das Gutachten regelt aber den Repara-turweg. Entscheidet dann zu einem späteren Zeitpunkt der Lackierfachmann über die Notwendigkeit der Beilackierung, obwohl diese nicht im Gutachten aufgeführt ist, dann kann über diese Reparaturausweitung eine Diskussion mit dem Sachverständigen oder dem Versicherer über die Erforderlichkeit der Beilackierung und die Übernahme der da-durch bedingten Zusatzkosten für eventuell anfallende Nebenarbeiten entstehen. Diese Diskussion sollte möglichst vermieden werden, zumal der Lackierprozess häufig bereits begonnen hat und keine Zeit für Diskussionen zur Verfügung steht. Eine enge Zusam-menarbeit zwischen KFZ-Sachverständigen und dem Lackierer sollte vor Reparaturbe-ginn der Regelfall sein.

Das Merkblatt „Beilackierung“, erstellt vom international anerkannten Lackexperten Di-plom-Ingenieur Hans-Peter Müller, erläutert die Unterschiede zwischen der Werks- und der Reparaturlackierung und legt dar, warum eine Farbangleichung durch Beilackierung in vielen Fällen unumgänglich ist, um ein optisch gutes Lackierergebnis zu erzielen.

Das Merkblatt gibt allen am Reparatur- und Lackierprozess beteiligten Personengrup-pen, also Kunden, Versicherern, Sachverständigen und Fachwerkstätten Hilfestellung für die Schadenskalkulation und die Reparaturdurchführung.

Download Merkblatt "Unterschiede zwischen Serien- und Reparaturlackierung"

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